Magenübersäuerung: Mein Hund erbricht Schaum!

Mich hatte vor einiger Zeit ein Notruf erreicht. Ihr Hund hatte Schaum erbrochen und sich ganz schlimm dabei gekrümmt. Sie wusste nicht, dass es sich um eine Magenübersäuerung handelt.


Nun ab wann ist zu viel Magensäure schädlich für Deinen Hund? Weißt Du überhaupt wann Dein Hund sich wegen zu viel Magensäure unwohl fühlt?  


Welche Symptome gibt es bei der Magenübersäuerung?

Hunde erbrechen sich immer mal wieder, das ist nichts Neues. Meine Hündin frisst manchmal Dinge, die sie vielleicht nicht essen sollte und erbricht sie dann wieder. Das ist ein natürliches Verhalten und auch gut so. Alles was dem Körper nicht gut tut, sollte schnellstmöglich wieder raus.

 

Aber manche Hunde erbrechen sich öfter und das mit weißem Schaum und sonst nichts. Manchmal ist es auch ein gelblicher Schaum. Oder sie versuchen sich zu erbrechen und es klappt nicht. Bei diesen Symptomen solltest du genau hinsehen, das ist definitiv kein normales Verhalten.

 

Manche Hunde schmatzen viel und fressen Gras. Hier kann auch eine Übersäuerung des Magens vorliegen Hauptsymptom ist auch hier das Erbrechen von weißem Schaum. Manchmal ist das Erbrochene grünlich gelb (dann ist da definitiv schon etwas Galle dabei) oder auch blutig. Das sind richtige Alarmzeichen.

Dein Hund muss sich sauer Aufstoßen, hat sauren Maulgeruch und immer wiederkehrende Übelkeit.

Wenn Dein Hund mit Hingabe Gras frisst und abmagert ist das ebenfalls ein Anzeichen für eine Übersäuerung. Manche Hunde trinken viel Wasser vor allem auch sehr gerne kaltes und erbrechen es sofort wieder.


Übelkeit äußert sich beim Hund und teilweise durch Unruhe, vermehrtes Schmatzen, Speicheln, häufiges Schlucken und Bauchgeräusche. Manche Hunde schlecken einfach alles und dauernd ab, ihre Pfoten, Gegenstände oder auch die Schnauze.

Was ist die Ursache einer Magenübersäuerung?

Sehr oft ist es ein Fütterungsfehler: Zu hoher Proteingehalt in der Ration. Die Proteinverdauung findet im Magen durch die Pepsine statt, diese werden erst durch die Salzsäure des Magensafts aktiviert. 

Ein zu hoher Gehalt an Kohlenhydraten kann durch Fehlgärung den Magen übersäuern sowie die Unverträglichkeit von Rohfütterung, besonders von Knochen.

 

Wie bei uns ist beim Hund auch Stress dafür verantwortlich: Einige besonders nervöse Hunde können auch an einer Reizgastritis erkranken. Durch eine Überreizung des Nervensystems wird ebenfalls zu viel Magensäure produziert.

 

Zu regelmäßige Fütterungszeiten. Dein Hund hat eine innere Uhr und weiß ganz genau, wann Du normalerweise Gassi gehst und wann er zu fressen bekommt. Sein Körper stellt sich schon mal darauf ein und produziert Magensäure.

 

Am Abend Knochenfütterung. Um die Knochen verdauen zu können, muss Dein Hund mehr Magensäure produzieren. Gibst Du ihm zu viel oder am Abend, kann das ebenfalls eine Übersäuerung auslösen.

 

Falsches Futter: Hat das Futter nicht alle Mineralien, dann kann der Körper nicht richtig arbeiten. Dann kann entstandene Säure durch z. B. Stress oder Umwelteinflüsse nicht behandelt werden. So ist der Säure-Basen-Haushalt gestört. Mit gutem Futter fällt und steht eben die Gesundheit Deines Hundes.

 

Zusammenfassend: Die Magensäure steigt an wegen zu hohem Proteingehalt. Eine Übersäuerung durch Fehlgärung wegen zu hohem Gehalt an Kohlenhydraten. Sowie eine Unverträglichkeit bei Rohfütterung oder Knochenfütterung und Fehler im Fütterungsmanagement und in der Haltung, die Stress verursachen können.


 

Die Folgen einer dauerhaften Übersäuerung:

Wird die jeweilige Ursache nicht schnell genug abgestellt, entwickelt Dein Hund eine chronische Erkrankung. Durch eine dauerhafte Überproduktion der Magensäure wird die Magenwand geschädigt. Das ist kein Spaß! Dann kann Dein Hund die nötigen Mineralien und Vitamine nicht mehr richtig aufnehmen. Es kommt zu einer Unterversorgung und somit zu weiteren Krankheiten. Hunde mit einem entzündeten Magen können nicht mehr alles essen und brauchen hier ein besonderes Futter.


Hat Dein Hund eine dauerhafte Übersäuerung kann er unter Juckreiz, Ekzemen, HotSpots, Arthrose und Rheuma leiden.


Wie kann eine Magenübersäuerung behandelt werden?

Die Ursache bestimmt die Behandlung. Da hilft es die Abstellung der Reizung in die Wege zu leiten: 

Zuerst das Futter anschauen und beurteilen. 

Sind alle Mineralien und Vitamine enthalten?

Ist es hochwertiges Futter?

Nur weil es bisher nie Probleme mit dem Futter gab, bedeutet es nicht, dass es nicht am Futter liegt! Auch eine Übersäuerung kann in der ersten Zeit Dein Hund gut selbst in den Griff bekommen. Aber auch hier gibt der Körper irgendwann auf. Daher vergeht erstmal einige Zeit bis die Übersäuerung auffällt.

Schaue Dir den Protein- und Kohlenhydratgehalt an und wechsle die Futtersorte oder Futtermarke.

 

Bei den Barfern: Du kannst den Proteingehalt der Ration senken und Kohlenhydratgehalt erhöhen. Wenig Fett, denn dieses verlangsamt die Entleerung des Magens.

Oder wenn das für Deinen Hund nicht zum Erfolg führt, kannst Du den Kohlenhydratgehalt der Ration reduzieren und Protein- und Fettgehalt erhöhen (mittelfettes, gut verdauliches Fleisch) oder mageres Geflügelfleisch mit etwas Öl geben.

 

Gebe Deinem Hund dreimal am Tag Futter, dann ist der Magen nicht so lange ohne Futter und leer. 

Versuche zu unterschiedlichen Zeiten Deinem Hund Futter zu geben.

Vermeide Knochenfütterung am Abend.

Schaue ob Dein Hund überhaupt Knochen verträgt. Lasse sie mindestens 2 Wochen weg und schaue ob Dein Hund keine Symptome mehr zeigt.

 

Stelle mögliche Stressfaktoren bei Fütterung und Haltung ab.

 

Du kannst deinem Hund folgendes geben um eine akute Übersäuerung zu behandeln:

  • Trockenes Brot
  • Haferflocken
  • Kürbis (gekocht und püriert)
  • Apfel
  • Gerstengras
  • Gabe von Natron
  • Hüttenkäse
  • Tee

 


Schaue ob Dein Futterhersteller eine vollwertige Schonkost anbietet. Falls nicht, darfst Du Dich gerne bei mir melden. Ich finde das passende Futter für Dich und Deine Fellnase.